Goodbye Austria

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Freitag, 09.12.2011, 21:29

Mein neuer Arbeitskollege A. lebt schon seit einigen Jahren in England.
Er hasst England, hasst seine Arbeit (ebenso wie ich und all der Rest unserer Kollegen), hasst seine Familie, die ihn dazu gezwungen hat, in diesem Land zu leben und für sie zu sorgen.
A. ist eben ein "old-fashion" Mann. Seine Frau arbeitet nicht. Auch wenn seine Kinder bereits in den späten Zwanzigern sind und ausgezogen sind, auf und davon, in ihr eigenes Leben.
Deshalb arbeitet A. Doppelschichten wann immer er kann.

Mittlerweile hat er ein recht smartes System ausgeklügelt, durch das er so ziemlich nichts tut aber doch immer geschäftig und gestresst aussieht, sodass ihn ja niemand etwas fragt. Er lässt die jüngeren Kollegen für ihn arbeiten, sagt er.

Die Schreie, das Fluchen und das ungerechte Schimpfen unseres sozial gestörten manisch depressiven Bosses lässt ihn mittlerweile kalt. Er ist zu alt, es kümmert ihn nicht mehr.

Als wir nach einer gemeinsamen Doppelschicht an einem Wochenende mit blutenden Füßen im Pub um die Ecke sitzen, ich an meinem 4. Bailleys, er an seinem 4. Bier nuckelnd, erzählt er mir, dass er zurück nach Europa wolle. Nach Spanien, in seine alte Heimat, oder nach Deutschland.
Alles sei besser in Deutschland. In seiner Jugend habe er dort gearbeitet und habe immer davon geträumt, dort zu bleiben, bis er seine Frau traf, die ihn dazu überredete, nach England zu gehen.

Nachdem ich mich über meine unglückliche Situation auslasse, mit all der vielen harten Arbeit um mein Leben und mein Studium zu finanzieren, und ich auch noch Steuern zahlen muss, obwohl ich keinen Dreck von England zurück bekomme, sondern bloß irgendso einen faulen Alkoholiker durchs Studium zahle, erklärt mir A. die Welt hier.
Er erzählt mir, warum englische Studenten das Geld in den Hintern gesteckt bekommen und Arbeitslosengeld verfügbar ist wie Sauerstoff in der Luft: England ist ja kein Euro Land. Das heißt, es ist in Englands Interesse, die Inflation im Lande so gering wie möglich zu halten, um den Status ihrer Währung aufrecht zu erhalten und damit den Wert Englands.
Wie man das macht? Indem man den "Cash Flow" im Land kontrolliert; wenn die Regierung weiß, wieviel Geld du genau hast und wieviel du für was ausgibst.

Das geschieht also mit diesen ganzen Beihilfen zum studentischen Alkoholismus und weiteren Unterstützungen. Die Regierung will, dass der Bürger nicht viel arbeitet, sondern sich eine Unterstützung holt, damit sie genau kontrollieren kann, wieviel Geld du hast und was du für was ausgeben kannst.

Gscheid, nicht!

Ich musste schmunzeln. Das machte Sinn. Eine totalitäre Kontrolle des Staates über dessen Bürger erreicht man am besten durch Finanzen - und das macht England viel einfacher zum regieren.

Für mich ist das ein anderes Wort für Kommunismus, aber gut, England war ja noch nie für den großen kapitalistischen Erfolg bekannt.

Daher hat England auch gegen den neuen EURO Sanktionsplan gestimmt.


Immerhin, etwas Politisches zum Nachdenken für heute.

Viele Grüße

Texas


Mittwoch, 02.11.2011, 17:05

Foto: Epoche der Aufklärung: Aufbruch in die Moderne

Es ist kurz vor Mittag. Hastig eile ich ins Restaurant, teils um die Schlangen vorm Buffet zu vermeiden und teils um unerkannt mit den Take-Away Boxen zurück in mein Apartment schleichen zu können.

Minuten später finde ich mich am Tisch mit A. wieder, beschäftigt mit dem Auseinander Nehmen meines Gemüse Haufens, um die langen Pausen zwischen unserem oberflächlichen Geplänkel überbrücken zu können. A., M., und C. waren meine Freunde vor einiger Zeit; jetzt allerdings haben wir nichts mehr zu besprechen.

Genauso wie B., J., und C., drei meiner besten und ältesten Freunde, von denen ich niemals geglaubt hätte, dass wir uns einmal auseinander entwickeln könnten.

Nun bin ich meistens allein. Absichtlich. Es gibt nichts mehr zu besprechen, es ist offensichtlich, dass wir uns nicht mehr verstehen. All meine Lebenserfahrungen sind zu viel; es ist, als ob wir uns in einem Hochhaus befinden, und meine Freunde nehmen die Treppe, während ich im High Speed Lift aufs oberste Deck hinauf rase.
Mit jeder Lebenserfahrung überspringe ich einige Stockwerke, entferne mich weiter und weiter von den Menschen in meinem Leben.
Fast will ich sagen, dass ich mit jedem übersprungenen Stockwerk weiser und einzigartiger werde, damit meine ich, dass ich mich weiter hinein in den Bereich derjenigen bewege, die die meisten einzigartigen Erfahrungen gesammelt haben.
Ich habe nichts mehr gemein mit ihnen; ich war nie in der 70 % Menge, die sich immer noch im ersten Stock befindet, ich startete bereits im dritten Stock, mit 20 % der Menschen, die ein ungewöhnliches Leben pflegen.
Jetzt allerdings komme ich mit jedem Tag näher an die 1 % Menge heran, die fast ausschließlich über einzigartige/ungewöhnliche Erfahrungen verfügt. Diese Menschen aufzufinden ist schwierig; die Stockwerke sind weitläufig und die Bewohner mit ähnlichen oder denselben Erfahrungen bevorzugen die Einsamkeit.

Ich kann nicht stehen bleiben, mich nicht zufrieden geben, mit dem, was ich habe, wo ich bin; ich habe einen Weg zu gehen, ein Ziel zu erreichen, und bis dahin gibt es viele Etappenziele zu erreichen, die überall auf der Welt liegen, überall auf der Erfahrungs-Skala.
Ja, manchmal wünschte ich mir, ich wäre noch im dritten Stock, in meiner Heimatstadt oder zumindest Heimatland oder zumindest Heimat Kontinent!, mit derselben Sprache, derselben Kultur, mit einem festen 40-Stunden Job, einer Wohnung, einem Auto, einer Versicherung bei UNIQA oder Merkur.
Mit monatlichen Friseur Terminen, Einkaufsbummel und Kaffeklatsch mit Freunden, die so viele ähnliche Erfahrungen haben. Wir könnten über Beziehungen sprechen, übers Fortgehen, was man normalerweise so macht in meinem Alter, im dritten Stock.

Doch ich bin im 131. Stock. Wo man überlebt. Wo man drei Stunden pro Nacht schläft, weil man zwei Jobs hat plus ein Vollzeit Studium, wo man eine Zeitung gegründet hat, wo man nie genug Geld hat, um Socken zu kaufen, geschweige denn einen Fuß in ein Klamottengeschäft zu setzen oder schlimmer, Zeit und Geld findet, um Kaffee trinken zu gehen.
Ich wüsste ohnehin nicht, was ich in einem Cafe treiben sollte. Habe ja beinahe niemanden, mit dem ich irgendwas besprechen könnte.
Im 131. Stock betreibt man Forschung; Politik, Ökonomie und Kapitalismus sind plötzlich nicht mehr Dinge, über die man in der Zeitung liest, sondern man ist mitten drin; ausgeschlossen, verhasst und doch ist die Menge irgendwie fasziniert von der Art meiner Forschung.
Im 131. Stock ist es hart, einen Job in der Pferde-Industrie zu finden, weil der eigene Name zu einem „Brand“ geworden ist, man kennt ihn in der Industrie; man will lieber nichts mit einem Revoluzzer zu tun haben. Hier gibt es bereits die ersten Menschen, die wissen, dass die Erde nicht flach ist; doch ist dieses Wissen gefährlich. Solange es keinen Weg gibt dies zu beweisen, wird man von der Industrie ausgeschlossen bleiben.
An dieser Forschung arbeite ich gerade. Nur, dass diese Theorie mit Pferden und nicht mit der Erde zu tun hat.
Im 131. Stock kreiert man sein eigenes Leben. Hier oben gibt es kein Sicherheitsnetz, keine Fensterputzer, keine Brandmeldeanlage. Wenn es Probleme gibt, muss ich diese selbst lösen, auch wenn ich dafür einiges opfern muss. Hier gibt es keine Hilfe mehr; Nicht vom Sozialsystem, nicht von Freunden, nicht von Familie, oder Banken.
Man verdient, was man verdient.
Hier herrscht Neid; Seit ich den Eingang zum Lift gefunden habe, wurde ich von den Menschen in den niedrigeren Stockwerken verachtet. Jedes Stockwerk, das ich überspringe, beinhaltet neiderfüllte Bewohner, die mir das Schlimmste wünschen. Als ob ich sie verraten hätte. Weil ich nicht glauben konnte, dass die Erde flach sei.
Manchmal frage ich mich, ob mancher Neid daher kommt; Die Wut der Menschen auf etwas Neues, das möglicherweise deren Leben umkrempeln könnte. Die Routine beschädigen. Oder vielleicht sind sie einfach nur neidisch. Wenn sie wüssten, was ich für meine Reise aufgeben musste. Wie schwierig dieser Weg ist. Niemand ist hier mit zuversichtlichen Worten. Oder Stolz.

Im 131. Stock ist es auch sehr einsam. In der Ferne sehe ich all die anderen Hochhäuser mit ebensovielen Stockwerken, doch habe ich keine Mittel oder Wege, um Kontakt zu anderen 131. Stockwerken herzustellen.
Die einzigen Kontakte, die mir bleiben, sind die paar Menschen in den Stockwerken unter mir.
Oberflächliches Geplänkel.
Meine biologische Familie steckt im Keller. Immer noch. Diesen habe ich schon vor langer Zeit verlassen. Jetzt verstehe ich nicht einmal mehr die Sprache, in der sie sprechen. Ab und zu erreicht mich ein Brief in Zeichensprache, den ich nicht entziffern kann. Auf den ich nicht antworten kann.
Ein Erdbeben vor einiger Zeit verschüttete den Zugang zu den unteren Stockwerken. Selbst wenn ich die Menschen dort unten besuchen wollte, es wäre nicht mehr möglich.
Irgendwo im 100. Stock habe ich eine andere Familie. Und irgendwo zwischendrin wirklich gute Freunde. Dessen Sprache ich immer noch verstehe, doch die Briefe brauchen eine lange Zeit, um anzukommen.
So viele Menschen leben in meinem Hochhaus; doch nur die wenigsten kann ich verstehen und noch viel weniger verstehen mich.
Vielleicht, irgendwann, werde ich am Dach des Hochhauses ankommen und dort, mit meiner fertigen, publizierten Forschung einen Weg finden, um die langsamen Treppen in meinem Hochhaus mit schnellen Liften zu ersetzen. Zumindest die höheren Stockwerke verbinden. So dass ich bald nicht mehr alleine bin, am Dach des Hochhauses.
Der Keller wird wohl für immer verschüttet bleiben. Mit all der giftigen, ungesunden Luft, die dort unten herrscht


Montag, 05.09.2011, 13:21

Vor langer Zeit habe ich mal einen Artikel in einer Zeitschrift gelesen, der vom Thema des Auswanderns und Davonlaufens handelte.
Darin wurde die Frage gestellt, ob man denn wirklich von seinen Problemen davon laufen könnte, und woanders noch einmal neu anfangen kann, ohne dieselbigen Probleme.

Und das überraschende Resultat des Artikels war – nach einigen Beispielen und wissenschaftlichen Studien – dass es ja, möglich sei, seine Probleme zurückzulassen.

Ich bin auch ein großer Verfechter dieser Theorie.
20 Jahre lang lebte ich mit einer Regenwolke über meinem Kopf, mit so vielen Problemen, die andere als Realität sahen.
Ich hatte zwei Optionen: Meine Lage zu akzeptieren und all meine unendlichen Missstände im Leben anzupacken, oder das Handtuch zu werfen und zu sagen, das wars, ich bin weg und fang nochmal neu an.

Das hat auch super funktioniert und tatsächlich, ich konnte von meinen Problemen davon laufen und sie holten mich auch nicht wieder ein.
Ich wurde zu dem Mensch, der ich schon immer sein wollte und baute mir ein wunderbares Leben auf.

Jetzt, wo ich temporär in Österreich verweile, begegnen mir all dieselben Probleme wieder und ich realisiere: Ich war gar nicht schuld daran, es war nicht „ich“, der dieses Tohuwabohu verursacht hat und andere Menschen mit rein gezogen hat;
Es war die Umgebung.
Die Menschen hier haben immer noch mit denselben Dingen zu tun, sind immer noch dieselben Charaktere und behandeln immer noch jeden gleich.
Jetzt aber sehe ich endlich den Unterschied und jetzt bin ich umso froher, endlich den Schritt gewagt zu haben, wegzugehen. Wäre ich hier geblieben, mit der idealistischen Idee, „die Dinge anzupacken“, dann hätte das nie funktioniert.

Man kann andere Menschen nicht ändern, nur sich selbst. Und auch dadurch verändert sich niemand in deiner Umgebung.
Du bist der Chef in deinem Leben und wenn du weder mit den Leuten, noch der Umwelt zurecht kommst, dann zieh woanders hin, suche dir die Leute und die Umgebung, die du in einem Leben haben willst.

Selbst wenn das sehr käsig klingt – aber man lebt wirklich nur einmal. Und niemand hat es verdient, Menschen oder Dinge im Leben zu haben, die einen ständig schlecht fühlen lassen und das positive Lebensgefühl aus dir raus saugen.

Das gilt auch für die Familie: Menschen mögen zwar blutsverwandt sein, aber niemand zwingt dich, sie in deinem Leben zu haben. Nur weil man gemeinsame Gene teilt? Das gibt niemanden das Recht, in deinem Leben zu sein. Ich kann es absolut nicht haben, wenn mir jemand versucht zu sagen: aber das ist doch deine Familie, die sind doch wichtig! Klar ist Familie wichtig, doch ich schulde niemandem etwas, der einen solchen negativen Einfluss auf mein Leben ausübt.
Der Mensch braucht eine Familie?
Da stimme ich zu; Ich habe mir die Menschen, die ich in meinem Leben haben wollte, selbst ausgesucht und kann nun endlich sagen: Jetzt weiß ich, was es bedeutet, eine Familie zu haben.
Trotz der Tatsache, dass ich mit keinem dieser Menschen Gene teile.

Fazit: Ja, man kann vor den Problemen davon laufen und neu anfangen.
Man kann der Mensch sein, der man schon immer sein wollte.
Man kann sich sein Leben so gestalten, wie man es haben will.
Nur Mut und Zuversicht muss man haben.


Freitag, 22.07.2011, 17:59

So lange habe ich geschimpft über die soziale Ungerechtigkeit in meiner Wahlheimat Kalifornien, lange Zeit war das der Grund, warum ich gedanklich und praktisch meine Staatsbürgerschaft zur alten Heimat Österreich nicht aufgeben wollte. War doch das Beste daran, dass ich im „Heiligen Land“ alle sozialen Leistungen erhielt, dass es dort keine Ungerechtigkeit gab, dass man mir immer helfen würde, dass man mich nie einfach so ohne Job und ohne Geld auf der Straße stehen lassen würde.

Nun bin ich wieder zurück im Heiligen Land, Zwischenstation, bis es im September nach England geht. Monate und Wochen habe ich auf diese Sommerzeit gewartet, dachte ich ja, alle meine Probleme wären mit einem Schlag gelöst, nur ein Schwingen des sozialen Zauberstabs der Österreichischen Bürokratie....
Und dann finde ich mich tatsächlich wider, arbeitslos, ohne Geld, ohne Anspruch auf Krankenkasse, Arbeitslosengeld, Mindestsicherung. In Österreich`s Augen bin ich weniger als ein Fremder. All die Jahre der Steuerzahlung, die ich während meiner Ausbildung und auch lange danach geleistet habe, haben mir genau nichts gebracht. Wahrscheinlich kriegt jetzt ein Möchtegern-Arbeitsloser, der in Wirklichkeit zu faul ist zum arbeiten, mein Geld. Mein Geld!!
Ich bin nicht nur wütend, enttäuscht und überaus traurig über diesen Missstand, sondern in erster Linie bodenlos beschämt, dieses Land so „gutgeredet“ zu haben, es immer hoch gehalten zu haben, immer verteidigt zu haben. „Sozialstaaten funktionieren doch nicht“ - habe ich mir immer anhören müssen und „Ich passe lieber auf mich selbst auf“. Stets musste ich kontern mit wie toll Österreich doch sei, und die passen auf jeden auf, und man wird nie allein gelassen.

Jetzt bin ich zurück in der alten Heimat, und man hat mir alles genommen. Jeder Behördengang war zwecklos, jedes Betteln, „beweisen wollen“, Übersetzungen meiner Dokumente, nichts wurde akzeptiert. Ich bin eben einen anderen Lebensweg gegangen und Österreich kennt so was nicht.
Man lebt nur in den Standards, die Österreich setzt, ansonsten bist du raus.
Only if you play by the rules you stay in the game.
Kein Platz für Individualismus.

Vielleicht brauche ich das, um endlich zu der Entscheidung zu kommen, den US Pass anzunehmen. Damit den alten Adler in den Müll zu schmeißen.
Ja, ich brauchte dieses harte Aufprallen am Boden der traurigen Tatsachen, damit ich mich emotional von dem Land lösen konnte, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. In dem ich die meisten Jahre meines Lebens verbracht habe. In dem ich so viele Erinnerungen gesammelt habe.
Ich bin keine Österreicherin mehr.
Sagt nicht mehr „Ihr Österreicher“ oder „ihr Europäer“ zu mir, weil ich mich jetzt nicht mehr dazu zähle. Ich bin Amerikanerin. Mit wachsendem Stolz, trotz allem. Zumindest lügen die nicht.
Ich bin nicht mehr einer von euch. Ich bin einer von denen.
Denn Österreich hat mich hinaus geekelt.


Sonntag, 17.07.2011, 13:38

Das Leben ist wie eine Multiple-Choice Frage

Die Situation: eines meiner Pferde beißt ganz gern. Vor allem, wenn man es am Führstrick hat, den Rücken dem Pferd zugewandt.
Jeder in der Pferdewelt kennt das; nichts ist anstrengender, als ein schnappendes Pferd, das man nicht einfach führen kann, sondern immer eine Armlänge auf Abstand halten muss. Der Armwird müde, man entwickelt mit der Zeit eine extra starke rechte Schulter, und jede kleinste Bewegung aus dem Hintergrund lässt einen aufschrecken und zurück zucken. Rundum, das Pferd führt den Reiter, wortwörtlich und im übertragenden Sinn.
Eine ganz schreckliche Verhaltensweise, kann ich nur sagen, sowohl beim Pferd als auch beim Mann.
So zeigte ich einer meiner Praktikanten, wie man sich gegen solch eine Attacke wehrt. Aufmerksam sein, das Pferd im richtigen Moment erwischen, mit einem bösen „Nein!“ vorwarnen, wenn das Pferd nicht hört, dem Pferd zeigen, was passiert, wenn es versucht, die Hierachie in Frage zu stellen – das klingt jetzt sehr brutal, aber da gibt’s noch ein weiteres Trainingsprinzip: Reagiere mit der selben Energie, die dir entgegenkommt. Mehr dazu allerdings später.
Mein Praktikant hatte den Dreh bald raus, doch das Pferd hatte offenbar nichts von der Lektion gelernt und einige Tage später fragte mich Susan, mein Praktikant, warum es denn nicht funktioniere.
Ich beobachtete sie ein Weilchen, während sie die Stute am Reitplatz herum führte und diese alle paar Minuten nach Susan schnappte, dann aber sofort den Kopf wieder zurück zog, weil sie ja wusste, was dann kam. Wenn Susan dann reagierte, war die Stute beleidigt, ließ sich endlos am Führstrick dahin ziehen und blieb immer mal wieder in Protest stehen.
Der ganze Schlamassel war, dass die Stute nicht wusste, was die richtige Antwort war; Sie schnappte, ein für sie normaler Vorgang, dann bekam sie eine verpasst, was auch hieß, „bleib zurück, ich will dich nicht“ in Pferde-Sprache.
Rundum, die Stute wusste nicht, wo oben und unten war.
Eines der wichtigsten Aktionen im Pferdetraining ist, dass man dem Pferd in jeder neuen Lektion zeigen muss, was die richtige Antwort ist: mit Loben, mit Loslassen, mit Entspannen, mit dem Nachlassen von Druck in dem Moment, in dem das Pferd auch nur den ersten Schritt in die richtige Richtung versucht. In dieser Situation, nachdem man das Pferd in dem Moment erwischt hat, in dem es gerade vorschnellt, um nach dem Arm zu schnappen, und man sagt ein strenges „Nein“, und das Pferd reagiert darauf und zieht sich wieder zurück, dann bleibt man stehen und lobt das Pferd ausführlich. Damit sagen wir ihm, dass das die richtige Antwort war und das Pferd es besser hat, wenn es auf uns hört.
Damit war dieses Problem erledigt und die Stute hat nicht wieder versucht, nach meiner Praktikantin zu schnappen.

Dasselbe gilt auch für Menschen: Wenn jemand einen Fehler macht (in unseren Augen), ist ihnen das oft nicht bewusst, und sie werden nur frustriert und wütend, wenn wir uns ständig gegen dieses Fehlverhalten wehren und selber sauer werden. Was wir stattdessen tun sollten – ihnen den richtigen Weg zeigen. Nicht nur wütend auf sie sein, sondern ihnen sagen, dass man es lieber hätte, wenn zB der Mann auch mal den Geschirrspüler einräumen soll – und wenn er dann im Moment ist, denselbigen auch einzuräumen, muss man ihn sofort loben.
Man merke: Dasselbe Prinzip wird angewendet: Ein Warnwort zuerst – dann die Korrektur – dann das Lob!
Man lobt auch noch einige Zeit später, wenn man ihn mal wieder beim Aufräumen/Einräumen beobachtet, (und zwar nicht nur mit Worten! Ein Pferd braucht auch körperlichen Kontakt; Man streichelt es am ganzen Körper, lässt die Hände mit lobenden Worten über das softe Fell gleiten, bis das Pferd sich entspannt und das Lob annimmt). Dasselbe auch mit dem Mann machen!
Nach einigen Malen hat sich das Geschirrspüler-Einräumen schon so routiniert, dass man ihn nicht mehr zu loben braucht.
Falls er es mehrere Male wieder vergisst und man böse werden möchte – lieber nicht, das Warnwort benutzen (zB, Schatz, vergiss nicht den Geschirrspüler – oder ein nervöser Blick zum Geschirrspüler, wenn man gerade mit dem Mann davor steht, für die „aufnahmefähigeren“ unter uns), dann einfach sagen, was man gerne hätte, dann loben.

Die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Pferd und Mann; wer hätte das gedacht?


Donnerstag, 16.06.2011, 20:00

Nachdem die Geschichten über meine Arbeitslosigkeit schon langsam langweilig werden (mal ehrlich; ich tu nichts außer ausschlafen, Internetsurfen, in der Sonne lesen, Essen kaufen gehen, Kochen und Schlafen gehen. Am nächsten Tag dann dasselbe), und ich für die nächsten Monate im emotional regnerischen Österreich gestrandet bin (noch nicht; aber bald. Ich sitze quasi auf gepackten Koffern), habe ich mich entschlossen, hier eine neue Serie anzufangen, um die Zeit zu meinem nächsten Abenteuer (England) zu verkürzen:

Wie man sein Pferd trainiert - oder seinen Ehemann

Da stellt sich doch heraus, dass die Pferde und die Menschen so einiges gleich haben: Beide sind Herdentiere und haben soziale Strukturen, Hierachien, Kommunikationsebenen.
Für das Pferd bedeutet eine Herde das Überleben: Und damit es in der Herde bleiben kann, sich integrieren kann, muss es lernen, wie man kommuniziert. Es braucht also "social skills".

Das ist das große Geheimnis hinter dem "Pferdeflüstern". Als ich vor 10 Jahren Monty Roberts in der Roundpen im Fernsehen sah, war ich zutiefst begeistert und Monty stieg zu meinem Idol auf. Wie macht er das bloß? Werde ich jemals diese magischen Tricks lernen? Jemals so gut sein?
Heute ist die Antwort: Ja. Ich wage sogar zu sagen, dass es viele Pferdemenschen da draußen gibt, die um einiges Besser sind, als Monty. Monty ist in der Pferdewelt allzugut bekannt als "being very good at Marketing, but nothing else". Und das stimmt so ziemlich.
Er kann sich und seine "Methoden" gut vermarkten, er labeled sie als seine eigenen, die er nur mithilfe seines Wildpferdes Shy Boy gefunden hat.... Blablabla.

Hier ist die Wahrheit:
Wenn man mal genug Zeit mit Pferden verbringt, die in einer großen Herde aufgewachsen sind und sie recht.... "energievoll" sind, damit meine ich Pferde, die immer noch ihren eigenen Kopf haben, und sich nicht von Mann durch ein Paar Sporen und einer Gerte versklaven lassen, dann lernt man GANZ schnell, wie man mit den Pferden kommunizieren muss, um nicht überrannt zu werden.
Bevor ich jetzt einen ganzen Blog über das soziale Verhalten des Pferdes schreibe (das kommt später), hier das Wichtigste: Im Pferdetraining gibt es Grundprinzipien, die gleich sind in jeder Sparte, jeder Disziplin, für jede Rasse.
Ich habe diese Prinzipien nicht erfunden und ich habe sie auch nicht aus einem Handbuch abgeschrieben, ich habe sie lernen müssen, genauso, wie viele andere Trainer. „Universal Truths“ nennt man das. Universelle Wahrheiten über das Pferdetraining.
Das Lustige ist aber: Dieselben Prinzipien kann man auch für menschliche Beziehungen anwenden.
Ich habe das erstmals bemerkt, als ich meine Praktikanten über das vergangene Jahr lang unterrichtete und mein Pferdewissen in Worte fassen musste. Das geschah mittels Vergleiche (ha, jetzt klinge ich schon wie die Bibel – ich bin ein Prophet! Ein Pferdeprophet), damit auch sicher klar war, von was ich redete und keine Missverständnisse auftauchten.
Somit konnte ich die Pferdesprache in Menschensprache übersetzen und bemerkte, dass man als Person dieselben sozialen Probleme zu überwinden hat, als das Pferd: Und deshalb funktionieren diese Trainingsprinzipien sowohl am Menschen als auch beim Pferd.
Diese Erkenntnis hat mir enorm geholfen, menschliche Beziehungen aufzubauen, eine bessere Kommunikationsebene zu schaffen und mein Gegenüber besser zu verstehen und besser fühlen zu lassen, ohne „mich aufzugeben“ oder „nachzugeben“. Man hat ja seinen Stolz :)

In den nächsten Artikeln werden nun sowohl die Pferde-Narren als auch die Kommunikations-Interessierten von den Grundprinzipien des Pferdetrainings erfahren, mit dem Schwerpunkt: Ehemann-Training.... ich mein, Ehemann-Verbesserung.
Viel Spaß!


Sonntag, 05.06.2011, 19:46

Seit heute ist es offiziell, ich muss nicht mehr in meine Arbeit zurückkehren...

Nach der anfänglichen Euphorie (JAAA!!!) kommt nun schon langsam die Langweile, da ich noch GANZE 3 Wochen habe, bis ich ausziehe/umziehe in ein anderes Land und anderes Leben... wieder mal.

Diese 3 Wochen wären eigentlich für den "stressigen" Umzug gedacht, das Packen, Putzen, Organisieren, aber irgendwie bin ich damit schon beinahe fertig (aus lauter Euphorie hab ich gestern das halbe Haus bereits in Kisten verfrachtet und abgeschickt), doch nun habe ich unerwarteterweise ungleich mehr Zeit.

Daher frage ich mich.... was tun Arbeitslose eigentlich?


Freitag, 20.05.2011, 03:19

Seit dem Ausbruch einer besonders harschen Form des Equine Herpes Virus (jaja, jetzt nicht lachen), stehen die meisten Pferdefarmen in Nordkalifornien unter Quarantäne für die nächsten zwei Wochen, um den Lebenszyklus dieses enorm aggressiven Virus zu unterbrechen.

Angesteckt wurden die Pferde während der National Cutting Horse Competition in Utah vor zwei Wochen und der Virus gilt als höchst ansteckend.
Einmal infiziert, gibt es leider keine Heilung und das Pferd muss in jedem Fall eingeschläfert werden. Der Virus greift das Nervensystem an und verwandelt das Gehirn praktisch in Plastilin.

Kurzum: Wir sind in Quarantäne. Da wir ein angrenzender Bezirk zu einer befallenen Region sind, hat meine Chefin beschlossen, dass niemand die Farm betreten darf, außer mir, und ich darf auf keine andere Farm gehen.
Was auch heißt, dass ich für die nächsten zwei Wochen ganz allein bin - der Hufschmied darf nicht kommen, der Tierarzt auch nicht, meine Praktikanten schon gar nicht. Da meine Chefin auf Reisen ist und gerade Bauarbeiten vor sich gehen, darf ich auch mit keinem der Pferde arbeiten, weswegen ich jetzt 8 Stunden am Tag im Büro sitze, ein Buch lese, Solitär spiele und noch VIEL gelangweilter bin als bisher.

Das Gute an der ganzen Geschichte: Meine Chefin ist nicht da! Hurrah!
Und: Nur noch 4 Wochen bis ich endlich hier aufhören kann. Und zwei Wochen, bis ich meiner Chefin die schlechte Nachricht überbringen muss... Nur wie?

a.) Ich bin schwanger - doch warum müsste ich dann sobald kündigen?
b.) ich bin verlobt - auch kein guter Grund zum Kündigen
c.) Mein Visum konnte nicht verlängert werden (hab ihr aber am Arbeitsbeginn gesagt, dass es kein Problem wäre...)
d.) Die Wahrheit - doch dann wird sie mich hassen, weil ich das schon so lange plane und ihr nichts davon gesagt habe.

Also bin ich auf der Suche nach weitern Möglichkeiten....


Dienstag, 26.04.2011, 04:38

Day One!!



Habe mir heute ausgerechnet, dass ich noch 54 Tage habe, bis ich endlich meinen Job verlassen kann! Inklusive Wochenenden selbstverständlich...

Weil offenbar kann ich eh nichts richtig machen und meine Chefin zieht sich immer neue Probleme aus dem Hut, die nur auftauchen „seit ich da bin“.... und all diese unterschwelligen Beleidigungen und Kritik.... Tolles Arbeitsklima schafft das!
Ich wünschte, ich könnte schon früher kündigen, aber leider brauche ich das Geld :( aber wer weiß, vielleicht hab ichs so satt, dass mir etwas raus rutscht, während ich wieder mal versuche, mit meiner Chefin ein vernünftiges Gespräch zu führen, um herauszufinden, WIE sie sich das alles vorstellt und was ich verbessern kann... nur um wieder kritisiert zu werden in dem Moment, in dem ich tu, was sie sagt.

Kein Wunder, dass ich meistens nur Civilization 4 spiele oder ein Buch lese auf der sonnigen Bank vorm Stall, sodass ich sofort höre, wenn meine Chefin ihren lauten Truck anstartet, um den 200 Meter langen Weg zu meinem Arbeitsplatz zu machen...
Hab mir heute eine klasse Solitärsammlung gekauft, mit 360 verschiedenen Solitär formen! Werd noch ein Kartenspieler Champion hier.
Scheinbar ist das der einzige Weg, der ewigen Kritik zu entgehen....

Also halte ich euch von nun an auf dem Laufenden über meine großartige Arbeitsmoral und wann ich dann tatsächlich alles hinschmeißen werde. Oder gefeuert werde.
Toi Toi Toi!

Day 1 ist schon vorbei; 53 kommen noch..... seufz....


Montag, 18.04.2011, 06:45

Jobsicherheit

Ein Oxymoron nennen wir das hier: wenn man etwas behauptet oder sagt, dass es in diesem Zusammenhang gar nicht gibt oder gar nicht möglich ist.
Wie zum Beispiel meine Sicherheit im Job oder meine Jobsicherheit.
Beides existiert nämlich gar nicht, obwohl meine Chefin immer wieder Dinge sagt wie zB „Ja da brauchst du schon dies und das (Hilfe, Bodenperson, bestimmte Ausrüstung), weil ich will ja, dass du sicher bist und dir nichts passiert; ist ja das Wichtigste, deine persönliche und gesundheitliche Sicherheit!“ - während sie mir auch aufträgt, eine seit Jahren nicht angefasste Zuchtstute von der Koppel zu holen und in den Stall zu bringen, wo sie noch nie war, vorbei an den 100 Meter hohen Eukalyptus Bäumen die gerade abgesägt werden direkt neben mir. Ja das nenn ich Spaß!
Um dem Ganzen noch einen drauf zu setzen, kommt meine Chefin dann zehn Minuten vor der Ankunft der möglichen neuen Besitzern dieser Zuchtstute und trägt mir auf, der wie wild im Stall herum laufenden und steigenden, schlagenden Stute doch ihre langen Haare an den Fesselgelenken abzurasieren... weils ja so lustig ist und meine Sicherheit GANZ oben auf der Liste steht.

So etwas nennt man also ein Oxymoron. Wie meine Jobsicherheit, die in Realität auch nicht existiert, weil in den USA all die Macht den Arbeitgebern gehört und der Arbeitnehmer quasi ein moderner Sklave ist; rackert sich ab für Mindestlohn, mehr Stunden als im Vertrag stehen, aber wenn man das nicht macht, braucht man erst gar nicht mehr am nächsten Tag zur Arbeit zu kommen. Einer der Millionen Arbeitslosen wird sich sicher schon kurzfristig für die Neubesetzung der Stelle finden lassen, die stehen eh schon alle Schlange hinter dir.
Rundum: Als Arbeitnehmer kannst du von heut auf morgen gefeuert werden ohne Grund, hast keinen Anspruch auf Urlaubsgeld (ha!), bezahlte Überstunden gibt’s nicht, Gesundheitsversicherung natürlich auch nicht, Pension? Da kann ich nur lachen. Ganz zu schweigen vom Weihnachtsgeld oder womöglich auch noch Krankengeld! Du kommt gefälligst zur Arbeit selbst mit der Pest, weil eben diese Millionen Arbeitslosen in der Schlange hinter dir nur allzu glücklich wären, deinen Posten einzunehmen. Und Mutterschutz? Noch nie gehört.
Um den Pöbel zu beruhigen gibt es die sogenannte „Workers Comp“, Kurzform für eine Versicherung, in die alle Arbeitgeber einzahlen müssen, im Falle eines Unfalls des Arbeitnehmers am Arbeitsort. Angeblich müsste dann diese Versicherung die medizinischen Rechnungen und etwaigen Arbeitsausfall aufkommen, allerdings, wie eben Versicherungen so sind, versucht man sich da immer aus der Zahlungsverbindung raus zu winden; und meist gelingt das auch ganz hervorragend. Die wenigen Fälle, in denen ein Arbeitnehmer tatsächlich echtes Geld von so einem Vorfall gesehen hat, sind auf öffentliche Einrichtungen beschränkt, die zwecks guter PR sich zum Zahlen gedrängt fühlten.
Ich hab da noch weniger Chancen, jemals einen Cent zu sehen zum Beispiel für meinen linken Fuß, auf den ich nur mehr herum humpeln kann, dank meines so sicheren Jobs, da leider der Ehemann meiner Chefin einer der erfolgreichsten Verteidigungsanwälte in San Francisco ist... was auch der einzige Grund ist, warum sie es sich leisten kann, sich so viele erstklassige Pferde zur puren Unterhaltung zu halten... und mich als Entertainer.
Man sieht also mein Dilemma. Ich werde verfolgt von Oxymorons.