Goodbye Austria

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Sonntag, 27.07.2014, 23:01

Ich glaube ja normalerweise nicht an Horoskope und aehnlichem Quatsch. Jedoch war ich erleichtert, in meinem Jahreshoroskop zu lesen, dass der schlechte planetare Einfluss der letzten Jahre in diesem Monat endlich ein Ende haben wird.
Und ich kanns schon riechen: die Fruechte meiner harten Arbeit, sozusagen.
Nach solch langer Zeit, verschiedenen Laendern, Schulen, Studien, Menschen und Beziehungen, scheine ich endlich einen Plan zu haben und ich sehe Resultate.
Noch fuenf Wochen und das Studieren hat endlich ein Ende; Ich schreibe an meiner These, weiss, wo und was ich fuer meinen Doktor machen will; wo ich mir ein Grundstueck kaufen will; und sobald mein momentaner gebrochener Arm verheilt ist, gehts ab um den Rest meiner Traeume zu erfuellen: In die US Luftwaffe.
Die Aufnahmetests hab ich mit wehenden Fahnen bestanden, und waehrend ich "heile", arbeite ich an meiner Fitness: 2 Meilen under 12 Minuten, 75 situps in einer Minute, 48 Pushups in einer Minute.
Weil: Wieso auch nicht?
Wieso muss ich mich immer fuer ETWAS entscheiden, ich denke, ich kann alles haben, das ich begehre. Ein Einser Studium in Neuro? Ein Doktorstudium in Epigenetics? Eine Ranch in den Rocky Mountains? Eine Karriere im Militaer? Mich selbst sein, ohne mich staendig verbiegen zu muessen, weil andere Leute ja so sensibel sind und mit der Wahrheit nicht umgehen koennen? Ja, ja, ja und ja.



Nix mehr mit "mich fuer mich selbst entschuldigen".
Is doch egal, was andere denken.
Endlich fuehle ich mich, als koennte ich wieder richtig atmen.
Ich bin auf dem richtigen Weg.


Montag, 23.12.2013, 04:27

Eine Zeit des Umbruchs, wo man ungehalten und ungeduldig auf das nächste Kapitel wartet. Wo wird es einen hin ziehen? Wo wird man sich wieder finden, in ein paar Monaten, einem Jahr? Immer noch in Kalifornien, oder doch ein neuer Staat?
Restlessness and Loneliness go hand in hand. Weil es jeder spürt, dass man auf einem “Kriegspfad” ist, man hat sich die Ziele zu vollfüllen, die kleinen Kasterl auf der To do liste im Gehirn abzuhackerln. Jetzt kann man nichts anderes tun, als abzuwarten.
Die Klienten im Irrenhaus sind zwar unterhaltsam, mit deren detailreichen Vorstellungen sie seien berühmte Musik Produzenten, der wiedergeborene Jesus Christus (hatten wir schon drei in diesem Jahr) oder dass der kleine Timmy (den es natürlich nicht gibt) immer im Schatten lungert und darauf wartet, die Fernsehbedienung zu stehlen. Die lieben Tierchen auch immer erleichternd, und der ewige Sonnenschein und die Wärme, die jeden noch so zu kurzen Schlaf beenden im Morgen, bevor der Wecker noch seine Chance kriegt, sind zwar recht zufriedenstellende Ablenkungen, doch am Ende ist es immer noch Dezember und man weiß, dass sich bis zum Sommer einfach nichts verändern wird. Wer will denn das schon? Man hat Pläne, die sich zu erfüllen versuchen.
Während die Zeit vorüber geht und man voll Panik aber auch Erleichterung auf den Kalender starrt, fühlt man sich doch ab und an einsam, was sich aber auch nicht ändern lässt. Ab einem gewissen Alter erwartet ein potenzieller bestimmter „anderer“ doch Meilensteine des „Erwachsenseins“, wie ein fester Karriereweg, ein abbezahltes Auto, eine eigene Wohnung, die Bereitschaft, eine Familie zu gründen. Ich aber, auf der anderen Seite des Spektrums, habe meine Träume zu vollfüllen, die leider keinen Platz für Weggefährten oder „Meilensteine des Erwachsenseins“ erlauben, oder so erscheint es den meisten. Gegensätzliche Träume, die erfüllt werden müssen, und Kompromisse sind leider nicht möglich.
Deshalb kann man im Moment nichts anderes tun als mal abwarten, Abweisung nach Abweisung ertragen, denn wer will schon mit so einem ehrgeizigen und schier unmöglichen Lebensstil mitmachen, und man erinnert sich ständig daran, klammert sich an den einen Strohhalm, dass dies eben das Opfer ist, dass man bringen muss, um das Leben leben zu können, das man immer haben wollte. Prioritäten, eben.


Mittwoch, 10.07.2013, 10:41

Nach langem Bangen und Wangen und vielen Reisen nach London hab ich endlich all die Papiere zusammen...

ich zieh nach Hause! (Kalifornien, nicht Oesterreich :)

Ende August is es soweit und ich hab bis dahin eine ganze Menge zu tun.... meinen Job zu kuendigen is nur einer der unangenehmeren Aufgaben in dieser Woche.
Flug ist gebucht, versuche gerade Nachmieter fuer meine Wohnung zu finden, dann das Auto verkaufen, alle Versicherungen und Vertraege kuendigen, die Einrichtung verkaufen und wieder mal ab nach SFO.
Diesmal mit weniger Kohle und keinen Plan aber immerhin ein permanentes Visum, also hab ich vor allem Zeit.
Das wird mein letzter Umzug in den naechsten 5 Jahren, das ist sicher! Obwohl ich immer schon mal nach Indonesien gehen wollte... oder Micronesia, vielleicht mit dem Peace Corps?

Crossfit gibts in Cali, also muss ich mir da keine Sorgen machen und vielleicht werd ich sogar fuer ein bisschen weiterhin in einem Irrenhaus arbeiten. Immerhin ganz interessant und unterhaltsam, am Freitag haben wir die Doktoren mit dem weissen Van gerufen weil einer meiner Klienten im Garten herum gerannt ist und wie ein Huehnchen gegackert hat und nicht mehr aufhoeren wollte.
Nachdem sie ihn mitgenommen hatten ist er dann auch noch vom Krankenhaus entkommen und in den Strassen der Stadt herum gelaufen und hat jedem erzaehlt dass sein Doktor ihn ausspionieren will und dass die Russen kommen.
Montag Morgen wurde er von der Polizei eingefangen, jetzt isses mal wieder ruhig im Haus... zumindest fuer ein paar Tage.


Mittwoch, 05.06.2013, 15:33

Seit zwei Monaten bin ich Teil eines Kults: Eines "Tribe", einer Gruppe Hoehlenmenschen-artigen "Sportlern" die gerne schwere Dinge stemmen und Traktor Reifen herum werfen und viel Fleisch essen.
Wir treffen uns frueh am Morgen oder spaet abends in einer umgebauten Garage mit Gummi Matten am Boden. Die eine Seite ist populiert mit hohen horizontalen Eisenstangen, Gymnastik Ringen und dicken Seilen die von der Decke haengen. Die andere Seite ist voll mit Holzboxen, Eisengewichten mit Griffen dran, und riesigen runden Gewichts-Platten zum Stemmen. Auf einem Regal sind Medizinbaelle in verschiedenen Farben und Gewichten sortiert: der kleinste wiegt 4 Kilo, der groesste 50kg.

Der Parkplatz ist ein wenig entfernt von der Garage, deren grosse silberne Schiebetuer immer offen ist. Doch schon beim Annaehern hoert man die Schreie der Trainer und das Aechzen und Stoehnen der Gruppe. In regelmaessigen Intervallen kommt der eine oder andere verschwitze rotgesichtiger Sportler an mir vorbei gerannt, offensichtlich bereits am Ende seiner Kraft.

Crossfitters haben einen sechsten Gang: Beast Mode. Der hilft uns, mehr als das doppelte oder dreifache unseres Koerpergewichts zu stemmen (deadlift und squats), uns auf die Ringe zu schwingen (Muscle-up) und mit beiden Fuessen wieder und wieder auf die 60-120 cm hohen Holzboxen springen.

Unsere Schienbeine sind blutig als wir die dicken Seile hinaufklettern so schnell wie moeglich, so oft wie moeglich, fuer 1 Minute. Dann ab zum naechsten Stopp (AMRAP). Jeden Tag gibts ein neues Workout Of the Day (WOD) das einem in Atem haelt und sicher geht, dass sich der Koerper nie an diesen Sport gewoehnen kann, nie “zu gemuetlich” werden kann.
Dieselbe Philosophie wenden wir auch in all anderen Bereichen unseres Lebens an: deshalb ist Crossfit so ansteckend, so wirksam, so suechtig machend.
Wir ernaehren uns gut, nichts vorgefertigtes, nichts gekochtes wenn moeglich (ausser Fleisch) – und das muss vom benachbarten Bio Bauern kommen. Rohes, echtes, gesundes Material (Paleo nennt sich das).
Man kaempft gegen sich selbst, nicht gegen andere. Man versucht, sein bestes Selbst zu sein aber ohne sinnlose Kompromisse einzugehen. Man laeuft zur Arbeit, man hat eine Pull-Up Bar im Buero zum Mittagspause-sporteln, man registiert sich fuer 5-ks und den Tough Mudder, ein ultimatives Real-Life Spiel, ein Favorit der Crossfitter (www.toughmudder.com).
Crossfit macht man nicht, um Gewicht zu verlieren, um “duenn” und “schoen” zu sein, sondern weil man ein bisschen Spass haben moechte und mit einem riesigen Hammer auf einen Reifen schlagen will und seinen Trainingspartner Huckepack im Laufen 5 Meilen weit transportieren moechte und ein Auto einige hundert Meter weit ziehen will. Crossfit ist die echte-lebens-version von Computer Spielen, wo wir noch Mensch sein koennen, wo unsere “ur-talente” raus kommen duerfen.
Crossfit ist kein Klassensport, da geht man nicht hin fuer ne Stunde ohne mit jemandem zu redden und geht danach heim mit dem Gedanken, man haette sich jetzt ein Stueck Kuchen verdient.
In Crossfit feuert man den letzten an, man hilft sich gegenseitig, man motiviert sich, man ist eine Gruppe, ein Klan.
Das Crossfit Motto lautet: Embrace your inner beast. We like lifting heavy things. Your workout is my warm-up!

Sehr zufriedenstellend, diese Mitgliedschaft und unglaublich wie viele Freunde ich innerhalb dieser zwei Monate bereits gemacht hab. Das haltet mich auf Trab bis mein naechster Umzug ansteht: zurueck an die West Coast, hoffentlich im September.
Bis dahin schmore ich noch im Irrenhaus, und versuche einen neutralen Gesichtsausdruck zu halten waehrend mir mein neuester Klient von den Stimmen in seinem Kopf erzaehlt; in kleines Maedchen, dass ihn motiviert, gute Dinge zu tun und ein agressiver schwarzer Mann, der ihm staendig Gemeinheiten ins Ohr fluestert und ihm ueberzeugen will, dass die Engel und Geister, die er staendig auf der Strasse sieht, nicht echt sind. Hmmm.


Bild: das ist eine der Uebungen, die wir machen. Toll, oder!


Sonntag, 03.02.2013, 13:40

Buchstaeblich.
Die lange Suche nach einem nicht-kapitalistischen Job wo man aus Steinen Profit pressen soll oder man wird gefeuert, fand kuerzlich ein Ende. Nach einem 3-monatigen intensive Hintergrund Checks und der Unterfertigung einiger verdaechtiger Dokumente, getitelt: What to do with money and benefits resulting from accidental death on the job” and “My last wishes”, hab ich mich voll ins Charity-Life geworfen.
Gut, die Job Beschreibung hat total gelogen und waehrend des Interviews hab ich mich nur gedacht Shit, ich bin im falschen Zimmer, ich hab keine Ahnung was da eigentlich abgeht.
Aber nun bin ich hier und mein Leben ist ein verrueckter Mix aus Shutter Island und Gute Zeiten, Schlechte Zeiten.
Ich arbeite in einem Halfway House fuer Mental Kranke, die gerade aus der “Intensivstation” des Krankenhauses entlassen wurden, aka aus dem Irrenhaus, und idealerweise sollten unsere Hausbewohner brav ihre Medikamente nehmen und sich in die Realitaet integrieren. Job Suche, Wohnungssuche, etc.
Die Realitaet sieht anders aus.

Heut sitze ich im Buero – allein, mit Pfefferspray bewaffnet und die Messer von der Kueche in meiner Schublade, man weiss ja nie – beim Mittagessen, da wankelt Herr M. vorbei. Weil wir zum Aufpassen da sind (die Erfolgsrate unseres Projekts haengt scheinbar von der Suizidrate ab), sollte die Buerotuer immer offen sein und mein kleines kaltes Zimmerchen ist direct neben der Haustuer und dem Stiegenaufgang, sodas jeder, der irgendwo hin geht in diesem Haus am Buero vorbei muss.
Mein duftender Mittagstisch, Indische Nudeln, sitzt vor mir und ich bin gerade dabei, mir das reinzuschaufeln, als Herr M. sich am Tuerrahmen festhaelt und sehr offensichtlich einen gekuenstelten geschlagenen-Hund-Blick aufsetzt.
“Oh, bist du gerade auf Mittag...” sagt er, geschwaechelt, in seinem starken Burmesischen Akzent den kaum jemand versteht obwohl er eigentlich in England geboren ist und seine Eltern Akademiker sind.
Ich seufze.
“Ich habe gerade auf die gesamte Kueche gekotzt, ueberall, das Spuelbecken, der Herd, der Ofen....”
Ich seufze wieder, mein Appetit reduziert sich.
“Na dann putz es weg”. Mitgefuehl? Ich? Das ist ein erwachsener Mann, er muss mal lernen, wie man Dinge selber anpackt.
“Aber da ist so viel Essen, ueberall, die Stuecke sind so gross und es stinkt... so gelb und gruen...”
Na toll. Ich beaeugle meinen Teller mit gelben Nudeln und gruenen Bohnen.
“Nimm dir einen Eimer, Fetzen, Waschlappen, Wasser, Spuelmittel und ab gehts” sag ich, mit einem aergerlichen Blick.
“Aber.....”
“Nix aber! Geh und putz deine Kotze auf Mensch!”
Herr M laesst den Kopf haengen und murmelt etwas unverstaendliches von wegen er muss zuerst dies und das machen und gott weiss was, niemanden interessierts.
Egal.

Eine Minute spaeter kriecht Herr M die Stiegen herunter und ich hoere die Haustuer ins Schloss fallen. Na toll. Typisch Herr M., hat noch nie im Leben einen Putzfetzen in der Hand gehabt.
Ich werd sicher nix dagegen machen, mein Job Titel ist weder Putzfrau noch Babysitter fuer Erwachsene. Obwohl.

Ich wende mich wieder meinem Computer zu, wo ich mich ueber die Symptome und Management von mentalen Krankheiten wie Schizophrenie informieren muss, per Order des Chefs.
Noch drei Stunden. Frau K. Im Zimmer ober mir stampft laut auf und ab. Jetzt faengt sie an, schwere Dinge herum zu schmeissen. Frau K. ist diagnostiziert mit Persoenlichkeits-Disorder und versucht staendig, Aufmerksamkeit zu erregen. Wie letzte Woche, wo sie versucht hat, sich umzubringen, wieder mal, und dabei das ganze Zimmer mit Blut verschmiert hat. Jetzt riechts dort nach Blut und Urin. Aber das ist eine Geschichte fuer einen anderen Tag.
Und mein Hunger ist verschwunden.


Sonntag, 02.12.2012, 23:01

"Erlernte Hilflosigkeit bezeichnet das Phänomen, dass Menschen und Tiere infolge von Erfahrungen der Hilf- oder Machtlosigkeit ihr Verhaltensrepertoire dahingehend einengen, dass sie als unangenehm erlebte Zustände nicht mehr abstellen, obwohl sie es (von außen betrachtet) könnten"

-

Das ist die offizielle Erklaerung dieses psychologischen Phaenomens, das haeufig in Menschen und Tieren in Folter und Gefaengnis auftritt, aber zunehmend auch im Alltag. Im Gehirn werden die Dopamin Rezeptoren abgeschalten und grosse Areale des Cortex schalten auf inaktiv. so wie zB die Lernfaehigkeit und die Entscheidungsfaehigkeit.
Das Tier oder der Mensch wird demnach zu einem automatischen Roboter ohne eigenen Willen. Im 2. Weltkrieg nannte man diese Menschen Muselmaenner, Gefangene im KZ, die ihren Lebensgeist wahrlich verloren hatten und das Schreckliche einfach hinnahmen, tagein, tagaus. Man konnte alles mit diesen Menschen machen und sie wuerden sich nicht viel wehren.

Lebenswesen mit erlernter Hilflosigkeit spueren keine Freude mehr; kein Glueck, keinen Grund zum Leben, keine Faehigkeit, Entscheidungen zu treffen.
Das bedeutet auch, sich nicht gegen zunehmende Gewalt zu wehren.

Erlernte Hilflosigkeit entsteht, wenn man Lebewesen gegensaetzliche Signale ueber eine laengere Zeit gibt und sie fuer jede Reaktion bestraft, sei sie richtig oder falsch. Das Tier gibt schlussendlich auf und das Lernzentrum schaltet ab. Das bedeutet auch, dass diese Tiere nicht faehig sind, in einem neuen Feld zB Wasser zu finden oder sich in eine neue Herde zu integrieren.

Kuerzlich gab ich eine Reitstunde, typisch wie in allen Reitschulen (ich habe schon zu viele davon weltweit gesehen), voll mit Pferden, die durch staendige Tritte und Peitschenhiebe kombiniert mit dem staendigen Zuegelziehen (im Reiten der vorgeschriebene "Kontakt", der niemals abbrechen darf, obwohl dieser durchschnittlich einen Druck von 220 kg pro cm auf das weiche Pferdemaul ausuebt, selbst, wenn die Haende des Reiters "weich" sind) taub geworden sind. Wie immer versuchte ich, den Reitern beizubringen, wie man diese Pferde wieder auf mehr Sensitivitaet trainiert, aber wie immer interessierte das niemanden, schon gar nicht die Pferde, die zunehmend einfach nur herumstanden, willenlos durch die Schule streiften und ab und an auf die unzaehligen Gertenhiebe ihrer Reiter reagierten.
Generell toleriere ich keinerlei Gewalt oder Hilfen, die ich als Lehrer sehen kann, in meinen Reitstunden.
In meiner kleinen Welt dachte ich immer, ich koennte vielleicht die Reitindustrie verbessern; das Leben der Pferde ein wenig angenehmer machen.
Aus den Augenwinkeln beobachtete ich dieses eine weisse Pony, dessen Reiterin eine beharrliche Gewaltausueberin war, fuer eine Weile.
Sie zog energisch an den Zuegeln, nahm eine Hand frei fuer die Gerte und schlug das Tier in die duenne Flanke zwischen Rippen und Huefte, wo die Haut blosse 2 mm duenn ist, wieder und wieder, waehrend sie ihre Beine zur Seite ausholte und mit den Fersen zuerst gegen den Rippenbogen krachte.
Das Pferd, ein kleiner weisser Wallach, hatte tote Augen. Da war nichts mehr dahinter. Kein Schmerz, keine Verwirrung, keine Agression.
Dieses weisse Pferdchen war ein junges, 5 Jahre altes Pony das erst neulich zur Reitschule zugestossen war und fuer die letzten paar Monate war es der Liebling aller Reiter. Gut trainiert, talentiert, dieses Pferd konnte einfach alles. Nun das.
Niemand konnte es sich erklaeren und es war ein typisches Phaenomen, das oft in Reitschulen auftritt. Keinerlei medizinischer Grund fuer dieses ploetzliche "schlechte" Verhalten, ein frueheres energetisches, aufgewecktes Pferdchen kriecht ploetzlich in der Schule herum wie ein nasses Handtuch. Solche Pferde werden entweder schnell wieder verkauft, oder als Beginner-Pferde benutzt oder, im schlimmsten Falle, "trainiert".

Die Loesung, wie in den meisten Reitschulen auch, da es an Wissen und Zeit/Geld fehlt, war in diesem Falle: Ein "senior" Personal Mitglied setzte sich auf den kleinen Wallach nach der Reitschule und "schulte" ihn, weil das Biest ja total unkooperativ war, mittels extremen Schlaegen, metall Sporen in den Rippenbogen und hammernder Beinarbeit, die das groesste Kaltblut blutig gemacht haette.
Niemand sieht die Wunden unter den bunten Fellen dieser Tiere; niemand sieht, welche Prellungen wir regelmaessig mit den leichtesten Gertenschlaegen diesen armen sanften Tieren zufuegen.
Als waere es deren Job, uns herumzutragen, im Kreis, wieder und wieder und wieder. Als haetten sie sich dafuer beworben.

Einige Zeit nach meiner Reitstunde hoerte ich Gelaechter im angrenzenden Personalraum, wo man sich ueber die gerade vorueber gegangene "Trainierstunde" dieses Pferdes lustig machte, mit bestaetigenden Rufen, wie sehr es dieses dumme Tier doch verdient hatte und dass man kurzzeitig mit den Schlaegen aufhoeren musste, weil gerade ein Reitschueler an der Schule vorbei spazierte.
Als ich hoerte, was vor sich ging mit diesem einen Wallach, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
In keinster Form konnte ich mit einem solchen "traditionellen" Verhalten in Verbindung gebracht werden. Die internationalen und nationalen Pferde-industrie Regulatoren wie wie FEI und die FENA in Oesterreich zB moegen dieses Vorgehen zwar vorschreiben; aber nichts wird sich aendern, wenn niemand ausspricht.
Oft schon hatte es mich beunruhigt; natuerlich wusste ich, was vor sich geht, in dieser und in allen anderen Reitstaellen; aber ich war daran gewoehnt. Es war normal. Irgendwann aber, je mehr ich ueber Psychologie und "ethisches Reiten" lernte, desto mehr entzuernten mich diese Praktiken.

Am selben Abend kuendigte ich mit sofortigem Effekt.

Nun bin ich zwar arbeitslos aber ich habe mich endlich dazu entschlossen, nie wieder auch nur das Geringste mit der kommerziellen Pferdeindustrie zu tun zu haben.
Selbst als privater Reitlehrer weiss man nie, wie die Reiter die Pferde ausserhalb der Stunden behandeln, ob sie das Herdentier mit "Kontakt" und gleichzeitigen "Bein Hilfen" reiten, dabei erlernte Hilflosigkeit zu produzieren; in dunkle, kleine Zementstaelle sperren fuer des Reiters Annehmlichkeit, voll mit Ammonia und Schimmel verseuchter Luft, die langsam aber sicher die Atmungswege des Pferdes veraetzt; als das Atmungssystem das einzige physiologische System des Pferdes ist, das sich nicht an die Umwelt anpassen kann.

Das war der letzte Tropfen ins ueberlaufende Fass.
Meine Zukunft ist der Aufklaerung gewidmet und ich werde sicherlich nie wieder Fuss in die kommerzielle, Geld-orientierte Pferde Industrie setzen, wo man lebende Tiere als Maschinen behandelt.


Montag, 17.09.2012, 22:45

Das mach ich gerade mit den Pferden: ein paar Elektroden auf dem Kopf, ein paar Kabel und ein Computer ist alles, was man braucht um die dunkelsten Geheimnisse eines jeden Menschen herauszufinden.
Heutzutage kann man innerhalb von 5 Minuten allerlei psychologische Krankheiten und Abnormalitaeten mit einem simplen Hirnwellentest diagnostizieren; dasselbe müsste doch auch fuer Pferde gelten, oder? Das ist die Frage, der ich fuer die nächsten Jahre nachgehen werde.
Dazu hab ich die Hilfe eines bekannten Neurologen bekommen, der gluecklicherweise von meinem Thema begeistert ist und mich nicht wegen meiner Nationalität, Alter, Geschlecht oder meinem Status als Student diskriminiert. Da ich ja null medizinischen Hintergrund habe und es das Studium der Pferde-Neurologie (noch) nicht gibt, bin ich also zu seinem Labor gefahren um das System der Hirnwellentestung Schritt für Schritt zu lernen. Dazu gehört natürlich auch ein Test an mir selber und davor hab ich noch gescherzt, dass man jetzt wohl herausfinden wird, dass ich ja eigentlich ein Psychopath mit multipler Persönlichkeitsstörung bin.
„Normale“ Hirnwellen gibt es nicht; jeder hat zu einem bestimmten Grad irgendwas und das Hirn lernt, sich zu adaptieren damit man im Leben normal funktionieren kann, aber diese kleinen Problemchen die jeder von uns hat, machen uns zu der Person, die wir sind.
Wenn jemand zum Beispiel mit Schizophrenie diagnostiziert wird via dem Hirnwellentest heisst das nicht unbedingt, dass diese Person eine psychologische Krankheit hat. Zur Krankheit wird es erst, wenn die Person im normalen Leben nicht mehr funktionieren kann weil das Hirn sich nicht adaptiert.
Nach fuenf Minuten unter der Elektrodenkappe waren meine Resultate bereits da: Der Neurologe schaute mal kurz auf die 24 verschiedenen Wellen auf dem Computer Bildschirm und zeigte mir, wo mein OCD ist (Obsessive Compulsive Disorder), und dass dieses mein ADD (Attention Deficit Disorder) und schlechtes Erinnerungsvermoegen in Kontrolle ist. Deshalb kommt es mir nicht so vor, als koennte ich mich nicht konzentrieren oder an Dinge erinnern, weil mein OCD mich dazu zwingt, staendig Listen zu schreiben und Notizen zu machen, damit ich ja nichts vergesse (mein Buero ist ein einziger Zettelhaufen und Hunderte Mappen und Notizbuecher). Auch sagte er mir, ich leide derzeit an Depression, da ich im Moment nicht genuegend interessante Aktivitaeten im Leben habe.
Auch waere ich sehr sensibel gegenueber Laerm, schnellen Bewegungen und Stress aus der Umwelt (zB Verkehr), was ich aber seltsamerweise an und abschalten kann, vermutlich ein erlerntes Verhalten.

All das innerhalb von 5 Minuten und ich fuehlte mich, als ob meine Gedanken bloss gelegt wurden! Furchtbar, wozu moderne Wissenschaft heutzutage imstande ist.
Der Neurologe meinte noch so, das waere nur mal eine Uebersicht von Dingen, die herausstechen, und dass da noch viel mehr Detail nachkommt, aber ich lehnte hoeflich ab. Dazu kennen wir uns noch nicht gut genug.

Bild: Ein Schizophrenie Patient (ungleichmaessige Aktivitaet in bestimmten parallelen Hirnregionen: rot is aktiv, blau inaktiv)


Dienstag, 05.06.2012, 15:16

Allein die kleine Fahrt der Queen entlang der Themse gestern anlaesslich dem Diamond Jubilees kostet dem Steuerzahler (also auch mich) 236 Millionen Pfund (ca 300 Millionen Euro). Dazu noch die Feiertaeglichkeiten von heute (Kostenpunkt: Unbekannt) und man wundert sich, warum dieses Geld denn nicht zum sehr noetigen Stopfen von Staatsloechern verwendet wird anstatt es der ohnehin schon reichen Koenigsfamilie in den Rachen zu werfen.
Und wer jetzt glaubt, dass die vielen Geschaefte (zb die Themsen-Schiffahrt!) von dieser Aktion profitiert, liegt falsch; die Queen benutzt selbstverstaendlich nur ihre eigenen Unternehmen, aus Sicherheitsgruenden.
Der Queen’s Ehemann, Philip, steht schon seit laengerem mit einem Bein im Grab und wird das Ende dieses Jahres wohl nicht mehr ueberleben: Warum nicht einfach noch ein paar Millionen aus dem Fenster werfen fuer ein wuerdevolles, royales Begraebnis, wo die unnuetze Spielsachen der koeniglichen Familie begraben werden, so wie ein vergoldeter Sarg (Standard der koeniglichen Familie)?
Woher kommt das ganze Geld fuer diesen Spass?
Von hart arbeitenden Leuten wie mir, die 40 Prozent Steuern zahlen, von Mindestlohn leben, Student sind und dann auch noch Council Tax zahlen muessen. Council Tax ist eine wunderbare Steuer, erhoben auf das Recht der Individualperson auf einen Wohnplatz. Uebersetzt heisst das: Solange du nicht obdachlos bist, musst du Steuern zusaetzlich zu deiner Miete/Hypothek zahlen. Eine Steuer aufs Atmen mit einem Dach ueber dem Kopf also.
Die Hoehe dieser Steuer orientiert sich an der „Schoenheit“ deiner Wohnung und deiner Lebensqualitaet. Willst du ein huebsches Haeuschen, zahlst du schon mal bis zu 10,000 Pfund jaehrlich Steuer, egal ob du Mieter oder Eigentuemer bist.
In London und den guten Vororten kann sich diese Steuer noch schnell verdreifachen.
Wenn man aber mal den Mund aufmacht und laut fragt, fuer was man bitte fast die Haelfte seines hart erarbeitenden Geldes jede Woche verliert, erntet man schnell boese Blicke in England. Das Vereinigte Koenigreich, ein Paradies fuer Sozialschmarotzer: Solange du Englaender bist. Auslaneder, selbst EU Mitglieder wie ich, muessen mindestens drei Jahre lang in England leben, um ueberhaupt fuer IRGENDEINE Art von Sozialhilfe in Frage zu kommen, waehrend Englaender nicht mal einen einzigen Tag in ihrem Leben arbeiten muessen, um sich fuer Arbeitslosengeld zu qualifizieren. Diese Hilfe wird dann ein Leben lang ausbezahlt, immer wieder mal muss man zu einem Interview, zu dem man dann halt ungewaschen mit fettigen Haaren erscheint, sodass man ja nicht angestellt wird, aber im Ganzen hat man ein schoenes Leben; als Arbeitsloser zahlt man keine Council Tax, auch wenn man in der Londoner Innenstadt wohnt (dort kriegt man uebrigens auch MEHR Arbeitslosengeld, is ja viel teurer dort, obwohl eh die Regierung die Miete und Erhaltungskosten des Arbeitslosen bezahlt), man kriegt einen sogenannten „Maintenance Grant“, also ein monatliches Zusatzgehalt, damit man sich Essen, Kleidung usw kaufen kann und Miete zahlt man auch keine.
Wird einem irgendwann doch langweilig, kann man ja immer noch Student werden, was uebersetzt heisst: Man saeuft den ganzen Tag, kennt die Angestellten in saemtlichen Bars und Clubs der Stadt beim Familiennamen, und bekommt zusaetzlich zum bezahlten Studium (die „Erhoehung“ der Studiengebuehr hier in England war ja ein totaler Witz: Die meisten Englaender zahlen ja ohnehin keine) auch den wunderbaren Maintenance Grant. Gratis Wohnen, Gratis Essen, Gratis Trinken, courtesy of: Leuten wie mich.
Auslaender duerfen sich auf gar keinen Fall ueber die soziale Ungerechtigkeit beschweren, schliesslich sind sie ja eingewandert (bin ich nicht, nur zum Studium da, ausserdem bin ich aus einem EU Land, ergo kein Auslaender), und sollen gefaelligst drei Jahre lang wie Sklaven schuften (in England kriegt man keinen Job der mehr als Mindestlohn zahlt, wenn man keine mindestens 5-jaehrige britische Job Geschichte nachweisen kann), kaum genug Essen zum Ueberleben haben, teure Studiengebuehren bezahlen und sich staendige Feindseligkeit und Anstarren und Anlaestern gefallen lassen (wird einmal ein Akzent entdeckt: Sofort wird man anders behandelt, kriegt ploetzlich das versprochene Bankkonto nicht, schon ueberhaupt keine Bankomat Karte, keinen Sitzplatz im Restaurant oder Bus und man wird staendig gefragt wann man denn endlich das Land wieder verlassen werde) und das alles nur damit man mit all den Steuern den luxurioesen Lifestyle der Sozialschmarotzer bezahlen kann.

Ja, entwickeltes, kultiviertes, altes England, wo die einzigen Menschen, die sich zu benehmen wissen und korrekt Englisch sprechen Einwanderer sind oder Einheimische ueber 90: Einst ein Problem mit Einwanderung, nun hat man den Spiess umgedreht und sich all die guenstigen Sklaven zunutze gemacht.
Einmal ein Sklavenland, immer ein Sklavenland.


Samstag, 14.04.2012, 15:59

Der Sommer steht vor der Tuer. Das bedeutet, ungefaehr vier Monate freie Zeit, die ich damit verbringen kann, mehr zu lernen. Ein besserer (gibt’s das Wort in Deutsch ueberhaupt) Pferdetrainer zu werden. Mir ist mittlerweile langweilig geworden, habe ich doch das Gefuehl, in meinem Wissen ueber Pferde stehen geblieben zu sein, an einem Plateau angelangt zu sein.
Deshalb dachte ich mir, seien wir doch ein wenig abenteuerlich und bewerben uns in ganz England, selbst bei Trainern, dessen Disziplin ich eigentlich nicht sehr gut verstand. Schliesslich will ich ja meinen Horizont erweitern, mein Wissen erweitern.

So habe ich mich auf den Weg gemacht, Stall ueber Stall besucht, um eine Person zu finden, von der ich lernen kann. Jemand, der mehr weiss als ich, jemand, der besser ist.

Da gab es Trainer, die einfach nur ein Dummchen wollten, dem sie die Welt erklaeren konnten, Trainer, die so unsicher waren, dass sie keinerlei „wissende Blicke“ ertragen konnten, es koennte sich dabei ja um Kritik handeln, aber die meisten Trainer, die ich besucht habe, koennten so einiges von mir lernen. Naemlich wie man ein Pferd normal behandelt und nicht in die Unterwuerfigkeit schlaegert.
Unglaublich, was ich begegnet bin. Welchem Unwissen und welcher Gewalt ich untergekommen bin! Und das alles ist normal in der Pferdewelt.
Ich dachte, vielleicht gibt es irgendwo jemanden, der weiss, dass schmerzvolle Erinnerungen im Gehirn auf ewig gespeichert wird und man damit die Wahrscheinlichkeit eines problematischen Pferdes in der Zukunft dramatisch erhoeht.
Ja gut, da gibt es „tolle“ Trainer, die 100 Pferde bereiten mit scharfen Gebissen, staendigem Pruegel und Peitschen, und davon entwickeln 98 Pferde Verhaltensprobleme und werden verkauft. Die beiden, die uebrig bleiben, haben irgendwie gelernt, den Schmerz nicht mehr wahrzunehmen und haben sich ihrer Tortur hingegeben. Die scharfen Metallspitzen an den Rippen vergessen, die bei jedem Schritt gegen die duenne Haut stossen, den kneifenden, unpassenden Sattel zu ertragen, der bei jedem Sprung die Nerven in der Schulter abklemmt, bis der Muskel gefuehllos wird.
Diese beiden Pferde werden dann in den Wettbewerben geritten, machen den Trainer beruehmt, weil ja das exzessive Schweif-Schlagen bei der Piaffe als „Balance-Mechanismus“ angesehen wird und nicht als das, was es ist: Ein Zeichen von Schmerz und Unwohlsein.

Wenn ich hier in England fertig bin, kann ich endlich mit meinem Doktor anfangen, und damit kommt auch meine Forschung in Gange: Hippologische Neurologie. Ich werde das alles beweisen; Erinnerung und Schmerzempfinden im Pferd und wie beides zusammen haengt und das Verhalten, frueher oder spaeter, beeinflusst.

Bis dahin dachte ich, ich koennte vielleicht die praktische Seite dieser ganzen Theorie untersuchen und weiterhin mit Pferden arbeiten, jedoch habe ich noch niemanden gefunden, der auf meiner Wellenlaenge liegt und das Offensichtliche sieht.

Nach allem, was ich gesehen habe, bin ich einfach nur so geschockt, wie die Menschen die Pferde behandeln; schlimmer als Kuehe, als Schafe, schlimmer als jedes andere Tier und schlimmer als wir unsere Gefangenen behandeln: Jemanden in einer dunklen, isolierten Zelle einzusperren ohne Ausgang, 24/7, ist „unmenschlich“ und wird nur mit den schlimmsten aller schlimmen Kriminellen gemacht.
Jedoch ist es Standard mit Pferden.
Unsere Kuehe leben auf der Weide, in einer Herde, unsere Hunde haben Auslauf und selbst Rennmaeuse haben Aktivitaeten in ihrem Kaefig.
Das Pferd hat nichts. Abgeschnitten von der Herde, meist alleine gehalten, die meiste Zeit in einen dunklen, nach Ammonia stinkenden Stall verbannt.
In die Versammlung geritten, die meisten Pferde werden zur Arbeit gezwungen, immer am kurzen Zuegel gehalten, am scharfen Gebiss, das das Pferd davon abhalten soll, uns los zu werden. Du machst besser was ich will, sonst gibt’s Schmerz. Entweder mit den Sporen, mit der Gerte oder mit dem Zuegel, ich habe totale Kontrolle ueber deinen Koerper.
Toll.
Das Schlimmste ist: Die Leute in der Pferdeindustrie sehen das nicht so, wie ich das sehe. Fuer die ist das normal. Es kann nicht genug scharfe Gebisse und einengende Ausbinder geben, die den Pferdekopf an die Brust binden.
Je mehr ich davon sehe, desto weniger Kommunikation ist moeglich zwischen mir und den meisten Menschen. Wie kommt es, dass sie das Offensichtliche einfach nicht sehen? Weil es so viel schwieriger ist, ein Pferd mit dessen Kooperation zu trainieren, nach Antworten zu fragen und keine Gewalt anzuwenden? Weil dann nur wenige Leute den Job eines Pferdetrainers machen koennten und viele Leute dann Geld verlieren wuerden?

Deshalb habe ich nach langer Diskussion (mit mir selbst, ha) beschlossen, dass ich besser nicht mehr mit Pferden arbeite, so lange ich in England bin.
Aber: Ist die Arbeit nicht, was uns ausmacht? Wer bin ich, wenn ich nicht mehr mit Pferden arbeite?
Wie antworte ich, wenn mich jemand fragt, was ich mache? Ich bin ein Student, aber das sind ja viele.

Dazu hat Steve Jobs inspirierende Reden geschrieben, hier ein kurzer Auszug:

“Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it. And, like any great relationship, it just gets better and better as the years roll on. So keep looking until you find it. Don’t settle.”

Here’s to the crazy ones. The misfits. The rebels. The troublemakers. The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently. They’re not fond of rules. And they have no respect for the status quo. You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
About the only thing you can’t do is ignore them. Because they change things. They invent. They imagine. They heal. They explore. They create. They inspire. They push the human race forward.
While some see them as the crazy ones, we see genius. Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.

Ich hoffe stark, dass ich einer dieser Verrueckten bin.


Mittwoch, 04.01.2012, 14:29

Kürzlich wurde ich während eines Routine-Besuches beim Arzt hier gewogen (scheint hier üblich zu sein, gemeinsam mit Blutdruckkontrolle, jedes Mal, auch wenn man nur wegen einer Erkältung oder einem verstauchten Knöchel hingeht) und habe endlich einen Blick auf die Zahlen der Waage gewagt.

Schließlich musste ich den Tatsachen früher oder später ins Auge sehen, da ich mir innerhalb eines Jahres eine komplett neue Garderobe zulegen musste: zwei Größen größer als gewohnt und drei Größen größer als noch vor zwei Jahren, als ich noch rank und schlank war. Selbst die Unterwäsche musste nun größer gekauft werden!

Es schockte mich doch, diese hohe Zahl zu sehen: Jetzt bin ich schwerer, als ich es je war, selbst schwerer, als in meinen schwersten Zeiten in der Schule in Ö. Damals konnte ich keine Hosen finden, die mir passten, und meine kurzen dicken Beinchen waren zu unansehlich, um Röcke zu tragen, deshalb versteckte ich mich in langen, wallenden Gewändern und wurde deshalb oft als Türkin beschimpft (kein Witz!).

Wie zum Teufel konnte es nur dazu kommen?? Nachdem ich endlich all mein Gewicht verloren hatte, so fit und schön war (ja sorry, ich weiß, ich bin oberflächlich hier, aber für jemanden, der sein ganzes Leben lang dick war und dann plötzlich Größe 34/36 trägt, ist das eine weltbewegende Sache!) und mein Leben in vollen Zügen genießen konnte, jetzt plötzlich das: schlimmer als bevor. Immerhin konnte ich mein tolles Gewicht vier Jahre lang halten.

Ich weiß nicht, wann und wie es falsch gelaufen ist; mir kommt es nicht so vor, als würde ich schlechter oder mehr essen und ich mache auch so viel Sport wie möglich, Irgendwie in den letzten Monaten haben sich 20 Kilo rein geschummelt, klamm und heimlich.

Jetzt aber! Endlich habe ich ein tolles Fitness Studio hier gefunden und gehe wieder regelmäßig, aber: mal ehrlich, ich hab in meinem Leben noch nie jemanden getroffen, der tatsächlich Kleidergrößen im Fitness Center verloren hat. Ich glaube, das ist eher so ein Medien-Verkaufs-Gag.
Nicht wirklich viel Motivation hier. Das Fitness Studio missbrauche ich eher als Spa-Relax-Zeit-für-mich-Ort, ein Weg, um mich besser zu fühlen (und ja, ich gestehe, ich bin auch Gast im Solarium ab und an).

Ich als Sport Student und Fitness Center Instruktor (unter anderem) sollte es eigentlich besser wissen, doch mir kommt es so vor, als wäre dieses Gewicht einfach nur eine emotionale Antwort meines Gemütszustands, eine Art in-Watte-packen wenns im Leben nicht passt.

Als ich damals so viel Gewicht verloren hatte, hab ich nicht mehr Sport gemacht oder besser gegessen, ich hab ganz einfach mein Leben umgekrempelt, hatte andere Freunde, bin endlich aus der Schule raus und konnte endlich in die USA ziehen. Die Pfunde schmolzen und ich aß und aß und aß. Rückdenkend, ich schob mir eigentlich alles rein, was mir so unterkam.

Jetzt, zurück in Europa, sind auch die Kilos wieder da.
Seltsam.

Manche Dinge kann man mit Wissenschaft eben nicht erklären.
Heißt das, ich muss noch 3 Jahre mit diesen Kilos leben, mit diesem unschönen, depressiv machenden, schweren, unfitten, ekeligen, weißen, Teigmasse-ähnlichem Körper herum rennen bis ich endlich wieder in die USA umziehen kann? Und so schnaufen am Ende einer Treppe, als würde ich einem Herzinfarkt erlegen?

Meine Kurven sind weg, da gibt’s keine Taille mehr und die Körperlinie hat sich still und heimlich von kurvig nach kurzer, dicker Wurst-in-zu-enger-Haut entwickelt.
Ich weiß nicht genau, wann sich mein four-pack und meine schönen dünnen Arme verabschiedet haben, Stellen, auf die ich immer so stolz war.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie kann man dieses Phänomenon austricksen?
Ich hab diesen Körper satt und ihm schon vor einiger Zeit den Kampf angesagt. Das scheint allerdings noch nicht angekommen zu sein. Hilfe!